Hallo Reinhard,
freut mich, dass die Mayflower Dir gefällt. Sie ist mein erstes "echtes Holzmodell". Ich habe vorher Kartonmodell gebaut, und insbesondere die Segeschiffe von Shipyard aus Polen (alles 18. Jahrhunder, viel Royal Navy) sind praktisch wie ein Holzmodell, nur halt alles aus Karton. D.h. Du baust den Rumpf genauso aus Spanten auf, der einzige Unterschied zum Planbau ist, dass Du alle Teile fertig auf dem Baubogen aufgedruckt hast, teilweise inklusive mm-Angaben für zu verwendende Verstärkungen. Gleichzeitig gibt es keine Grenzen für Verbesserungen, wie z.B. Holzbeplankung der Decks oder auhc des Rumpfes. Irgendwann hatte ich dann aber auch da Bedürfnis, mal ein Schiff nur nach Plan zu bauen, das war dann die Bark Seute Deern. Ich komme ursprünglich aus Bremerhaven, ich habe auf dem Schiff geheiratet, daher bot es sich natürlich an, gerade dieses Modell zu bauen. Somit war der Holzbau dann nicht wirklich neu.
Um auf Deine Fragen zurückzukommen, es ist exakt wie Du´s beschrieben hast. Die Spanten werden abgepaust (gegebenenfalls muss zumindest der Spantenriss am Kopierer vergrößert werden), das Butterbrotpapier auf Sperrholz aufgeklebt und ausgesägt. Man sollte nur ein nicht zu billiges Holz nehmen, da es sonst leicht splittert, das Problem hatte ich bei der Mayflower, ist einfach ärgerlich und muss nicht sein. Wichtig ist für das Einzeichnen des Decks usw. die Konstruktionswasserlinie als Bezugspunkt. Aber das ist im "Mondfeld" sehr ausführlich beschrieben.
Die Mayflower ist wirklich recht gut für Anfänger geeignet, da Du bis auf das Quarterdeck und, wenn man will, die Back, keine offenen Strukturen hast, sondern einen geschlossenen Rumpf, insbesondere gibt es kein Geschützdeck, das man in den größeren Maßstäben auch ausbauen muss, solange die Stückpforten geöffnet dargestellt sind (und das sollte ja wohl so sein!!!). Zudem gibt es nur sechs Segel, was die Takelage einigermaßen übersichtlich macht. Nebenbei war ich ja, da ich zuvor in 1:100 gebaut habe, richtig verblüfft, wie viel Platz die Hand plötzlich in 1:50 hat. Ich habe etwa ein Jahr gebaut, im Sommer sicherlich weniger, in den Wintermonaten entsprechend mehr, im Schnitt ca. 1.5 Stunden am Abend. Man wird auch in einer absehbaren Zeit fertig, was ja auch nicht ganz unerheblich ist, man will ja irgendwann auch das Modell mal fertig haben.
Ich freue mich auf Deinen ersten Versuch im Holzbau, bei allen Problemen wirst Du hier sicher Rat finden.
Viele Grüße,
Nikolai