#1

Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 08.08.2011 14:25
von Kay (gelöscht)
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Hallo zusammen,

hier ein Artikel der alles andere als positiv ist:

http://www.swp.de/ulm/nachrichten/vermis...;art4304,957590

Grüße Kay

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#2

RE: Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 11.09.2011 23:48
von Kreuzberger • 137 Beiträge

Hallo Kay!

Beängstigend, was da zu lesen ist! Und das auch noch in der Hohenzollerischen Zeitung, bei der ich vor langer Zeit mal ´ne Schriftsetzerausbildung gemacht und in der Berufsschule bevorzugt meinen Mondfeld und den Lusci studiert habe :-)
Es gibt schon komische Zufälle. Jedenfalls beunruhigt mich das doch sehr, was da geschrieben steht und so werde ich dem guten Stück nächstes Wochenende einen ersten und vielleicht letzten Besuch abstatten.
Falls jemand noch irgendwelche Detailfotos oder sonstiges braucht, bitte melden...

Viele Grüße
Eddie :-)

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#3

RE: Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 12.09.2011 22:24
von Kay (gelöscht)
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Hallo Eddi,

ja, schon schauerlich. Ja bitte, knipps was das Zeug hält. Am besten jeden Löwenkopf auf allen Stückpfortendeckeln. Soll ja jeder anders aussehen.Was man hat, dass hat man. Im Museumsshop gibt es dann noch eine sehr guten Plan, kannst du Dir auch noch gönnen.

Grüße Kay

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#4

RE: Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 23.09.2011 01:14
von Kreuzberger • 137 Beiträge

Hallo Kay!

Ich glaube nicht, daß an diesem Schiff noch irgendetwas zu knipsen ist, was nicht schon tausendfach veröffentlicht wurde. Deshalb hier nur meine Lieblingsabbildung von Mats Wahl aus Sven Nordquists "Die Vasa", einem herrlich informativen und spannendem Kinderbuch, das auch Erwachsenen unbedingt zu empfehlen ist :-)
Dann noch ein Haupfspantquerschnitt der Vasa in ähnlichem Maßstab wie der meiner Patache-Hauptspantsektion...

Gruß Eddie

Angefügte Bilder:
P1000891.JPG
P1000894.JPG
P1000630.JPG
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#5

RE: Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 23.09.2011 01:17
von Kreuzberger • 137 Beiträge

Na toll!

Irgendwann klappt´s vielleicht auch mal mit dem Bilderposten. Bis dahin müsst ihr wohl erst mal alle vorhandenen Augen zudrücken, sorry :-(

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#6

RE: Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 24.09.2011 21:05
von Kay (gelöscht)
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Hallo Eddi,


üben,üben,üben........

Schönes Hauptspantsegment. Ist das aus dem Museum??

Grüße Kay

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#7

RE: Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 24.09.2011 22:30
von Kreuzberger • 137 Beiträge

Hallo Kay!

Ja, dieses Schnittmodell hängt in einem Seitenraum an der Wand. Und gegenüber wurde der Untergang der Wasa in 1:50 inszeniert.
Die Farbgebung dieses Schlagseitenmodells ist etwas zurückhaltender und harmonischer als am bekannten Großmodell. Die Holztönung ist hier auch schöner und edler. Vielleicht sollte ich hier mal meine Erfahrung mit dem Färben und künstlichen Altern von Hölzern kundtun, was meinst du? Besteht da Interesse?

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#8

RE: Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 24.09.2011 22:32
von Kreuzberger • 137 Beiträge

Eben hatte ich die Bilder doch schon mal eingegeben. Irgendwas ist hier verhext ... :-(
Jetzt aber...

Angefügte Bilder:
P1000628.JPG
P1000621.JPG
P1000627.JPG
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#9

RE: Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 24.09.2011 22:37
von Kay (gelöscht)
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Hallo Eddi,

klappt doch! Natürlich besteht Interesse, immer raus mit euren Geheimnissen.

Grüße Kay

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#10

RE: Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 24.09.2011 23:09
von Kreuzberger • 137 Beiträge

Ist dir aufgefallen, daß die Schnitzereien hier nur auf dunkelgrauem Untergrund vergoldet und diese Vergoldung an den Höhen wieder durchgerieben ist? Das ist natürlich unhistorisch, wie man inzwischen weiß, wirkt aber sehr edel.
Die Problematik der Farbfassung und ihrer ungewollten Disharmonien ist meiner täglichen Erfahrung nach vor allem ein Hell/Dunkel-Problem. Wenn helle Farben von vorneherein abgedunkelt und dunkle Farben aufgehellt werden, bekommt man automatisch eine viel geschlossenere und harmonischere Gesamtwirkung, als wenn man die einzelnen Farbtöne einfach wie bei "Malen nach Zahlen" nebeneinandersetzt.
Wenn sie dabei gleich noch komplementär gebrochen werden, ist das Ergebnis meist perfekt. Komplementär brechen heisst, roter Farbe etwas grün beizumischen, grüner Farbe rot, blauer orange, orangener blau, gelber violett und violetter gelb. Das dämpft die Brillianz und verbindet konträre Gegensätze. Ein abschließender Überzug mit einer dünnen graubraun eingefärbten Lasur oder Patina tut dann ein übriges, um eine geschlossene und harmonische Farbwirkung zu erzeugen, Willi hat das ja schon mal angesprochen.

Zum Einfärben von Holz später mehr. Das ist ein weites Feld...:-)

Gruß Eddie

zuletzt bearbeitet 24.09.2011 23:11 | nach oben springen

#11

RE: Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 25.09.2011 00:50
von Kreuzberger • 137 Beiträge

Noch was: Bevor ich zum Holz komme, noch ein paar Anmerkungen zur Farbgebung dieses Schiffes...

Was im Wasamuseum an farblich gefassten Skulptur-Abgüssen an der Wand hängt, kann nur als Interpretationsvorschlag gedeutet werden. Denn meist wurden nur Spurenelemente der ursprünglichen Fassung analysiert, die auf eine ganze Reihe unterschiedlicher Pigmente zutreffen können, weshalb die vorgegebene Farbgebung nur als eine Möglichkeit unter vielen gedeutet werden kann.

Nicht ratsam wäre es, sich hier beispielsweise an neugefassten Skulpturen in bayerischen Kirchen zu orientieren. Der qualitative Ausbildungsstandard der Münchner Berufsschule für Vergolder und Fassmaler auf diesem Gebiet ist jedenfalls eher als suboptimal zu bezeichnen. Ich habe mir die Gesellen- und Meisterstücke dieser bundesweit führenden Ausbildungsstätte anlässlich der Gesellenprüfung meines Ex-Lehrlings einmal genauer angesehen und ich war nicht gerade begeistert von den unübersehbaren Popart-Einflüssen, die heutzutage anscheinend alle Bereiche des Farbempfindens überlagern :-(

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#12

RE: Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 25.09.2011 20:50
von Kay (gelöscht)
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Hallo Eddi,

die Beiträge habe ich gelesen, muss Sie nur noch verarbeiten. Frage: Was ist ein Fassmaler ???????

Grüße Kay

zuletzt bearbeitet 25.09.2011 20:51 | nach oben springen

#13

RE: Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 25.09.2011 23:39
von Kreuzberger • 137 Beiträge

Hallo Kay!

Tja, jedenfalls nicht das, woran man als erstes denkt. Als Fassmalerei bezeichnet man das farbliche Fassen, Vergolden und Versilbern von Holzskulpturen oder auch von Stuck und ähnlichem. Es geht hier also nicht um Fässer :-) Die korrekte Berufsbezeichnung lautet Kirchenmaler.
Während Kirchenmaler oft mit Kaseinfarben arbeiten, werden bzw. wurden "Outdoor"-Fassungen wie auf Schiffen natürlich mit wetterfesten Ölfarben ausgeführt.
Fassmalerei ist eigentlich keine Kunst, sondern eher ein Handwerk, das allerdings künstlerisches Einfühlungsvermögen erfordert. Es ist nicht damit getan, einzelne Partien einer Skulptur monochrom, also einfarbig anzupinseln, sondern es geht darum, wie in der zweidimensionalen Malerei auch, zusätzliche Licht-und Schatteneffekte zu erzielen, um die Plastizität zu erhöhen.
Besonders in der Inkarnatsmalerei (der Nachahmung von Hautoberflächen) werden manchmal komplizierteste Lasurtechniken angewandt, wie z. B. auch bei lebensechten Wachsfiguren. Der Grad des Naturalismus ist natürlich abhängig vom Standort und von der Bedeutung einer Skulptur. Eine Heckfigur, die man in der Regel aus der Distanz wahrnimmt, wird also schlichter ausgeführt werden als eine in Augenhöhe befindliche gut ausgeleuchtete Madonna.

Gruß Eddie

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#14

RE: Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 26.09.2011 00:41
von Kreuzberger • 137 Beiträge

Ich war heute nachmittag kurz im Technikmuseum und habe die Mondfeld-Wasa fotografiert. Jetzt wird´s spannend...:-/

Angefügte Bilder:
P1000925.JPG
P1000942.JPG
P1000926.JPG
P1000929.JPG
P1000930.JPG
P1000931.JPG
P1000932.JPG
P1000939.JPG
P1000940.JPG
P1000941.JPG
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#15

RE: Wie lange gibt es die Vasa noch??

in WASA allgemein 26.09.2011 01:10
von Kreuzberger • 137 Beiträge

Tja, beim letzten Bild kann man sich schon mal hinlegen und von vergangenen Zeiten träumen :-) Interessant ist ja, daß an der Wasa keinerlei Farbreste eines Unterwasseranstrichs gefunden wurden, weshalb davon auszugehen ist, daß der Rumpf nur geteert und nicht wie hier mit diesem schwefeligen Schutzanstrich versehen wurde.
Das Deck scheint inzwischen aber doch sehr aufgeräumt zu sein :-)
Zu den Grätingsabdeckungen fällt mir ein, daß eine offensichtlich zivilisationsgeschädigte Besucherführerin das Schicksal des Besatzung in den schrecklichsten Farben schilderte. Skorbut soll in der kleinen Ostsee eine richtige Plage gewesen sein und dann diese offenen Grätings, durch die es natürlich hineinregnete, wodurch die armen Kerle alle naß wurden und Schnupfen und Schwindsucht bekamen. Na ja... Schlimmer halte ich das Aufentern auf die Marsen. Keine zehn Pferde hätten mich dazu gekriegt, bei Wind und Wetter auch nur die Untermarsen zu erklimmen, ohne das "Soldatenloch" zu benutzen.
(Wie es sich anfühlt, auf so einem schrägen Ding zu balancieren, kann man an einem ebenerdigen Nachbau ausprobieren.)
In der Heckansicht erkennt man, daß die Ritterfiguren die Fenster nahezu vollständig verdecken. Das ist ansatzweise auch am Originalschiff so, aber nicht derart übertrieben. Die Schnitzereien der Wasa sind allesamt um einiges schlanker als an diesem Modell. Trotzdem ist es insgesamt eine saubere Arbeit. :-)

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