da hast Du ja einen sehr andächtigen Zuschauer bei Deinen Bastelarbeiten. Da Du gerade auf der Suche nach Takelgarn bist. Ich verwende für meine Modelle gerne Häkelgarn in verschiedenen Stärken, teilweise für dünnere Stärkena auch Knopflochseide (so heißt das glaube ich offiziell). Für Modelle ab 1:100 gibt es da eine recht schöne Auswahl. Es lohnt sich mal in die Kurzwarenabteilung des örtlichen Kaufhauses zu schauen, ist auch um einiges preisgünstiger.
schön, dass es bei Dir etwas weiter gegangen ist. Leider kann ich Dir bezüglich einer Säge keine Tips geben, da ich meine Leisten bislang immer fertig zugeschnitten bezogen habe.
Deine Decksbalken sehen super aus, die Variante probiere ich beim nächsten Modell auch mal aus. Bei meiner Surprise hatte ich die "Decksbalken" aus dem Sperrholz nur zur Stabilisierung ausgesägt und nach der fertigen aussenbeplankung entfernt (werden nach Abschluss des Ausbaus des Geschützdecks durch Ahornleisten ersetzt.). Zu Deiner Frage: Ich hatte auch schon darüber nachdedacht, bin aber zum umgekehrten Ergebnis gekommen. Zunächst mal kann es ja eigentlich nicht sinnvoll sein, wenn das Wasser quasi unkontrolliert von oben nach unten duchsickert, in den Decks unterhalb der GEschützdecks sind ja noch Wohnräume und Lagerräume, die so trocken wie möglich sein sollten. Ich habe auch mal im AOTS-Band zur Bellona nachgeschaut und hier sind für alle Decks oberhalb der Wasserlinie (d.h. in imFalle ernes Zweideckers für alle Geschützdecks) Speigatten vorgesehen, allerdings mit abnehmender Anzahl nach unten hin, weiter unten kommt ja auch weniger Wasser an. Die Speigatten machen ja nur Sinn, wenn das Wasser dort auch hingeführt wird. Gleiches gilt auch für die Sülls der Luken auf allen Decks, die verhindern sollten, dass das Wasser einfach durhc die Luken rinnt. Daher denke ich, dass eine Kalfaterung zumindes aller durchgehenden Decks vorgesehen war.
ich bin etwas weiter gekommen und habe mittlerweile bei meiner Surprise den Heckspiegel und die Seitengalerien fertig gestellt. Ging recht gut von der Hand. Als Grundlage für die Seitengalerien habe ich Karton verwendet, der sich bei diesen kleinen Teilen etwas leichter verarbeiten ließ als z.B. Sperrholz. Anbei einige Photos vom Baufortschritt.
Auch bei mir ist es in den letzten Monaten mit der Surprise weiter voran gegangen. Ich habe zunächst einmal versucht, die Geschütze mittels Zinnguss zu erstellen, war allerdings von dem Ergebnis überhaupt nicht überzeugt. Statt jetzt viele weitere Versuche zu starten, um das Ergebnis zu optimieren, habe ich mich entschlossen eine etwas andere Variante zu wählen, die ich noch aus dem Kartonbau kenne: die Geschütze wurden im Wesentlichen aus Tonkarton erstellt. Dabei habe ich den konischen Grundkörper auf einer entsprechend zugeschliffenen Holzform erstellt. Alle anderen Teile wie Endstücke, Seele und Rohrverstärkungen und die Halterung für die Spindel wurde nach dem “Fließbandprinzip” alle abschnittsweise angefertigt und danach in einem Rutsch zusammen gesetzt. Nach einer Grundierung mit einem Klarlack wurde das vollständige Geschützrohr mit Revell-Farben schwarz eingefärbt. Die Schlitten-Lafetten entstanden jeweils aus einem Pappe-Grundkörper, der mit 0.6 mm Ahorn-Leisten beklebt wurde. Eingefärbt wurde diese anschließend mit roter Holzbeize. Ich habe danach jedes einzelne Geschütz vollständig getakelt, um nach dem Probeweisen einfügen eines Decks festzustellen, dass man davon eigentlich praktisch nichts mehr von außen sieht. Na ja, war zumindest eine gute Übung für die Bewaffnung des Quarter- und Vordecks. Zwischenzeitlich habe ich den Bugsprit angefertigt und soweit auch eingebaut.
So das war es für heute, viel Spaß mit den Bildern.
Viele Grüße,
Nikolai
@ Peter: Ich habe die Bilder etwas verkleinert und hoffe, dass es so besser geht. Kannst Du die Teile des Berichts zu einem zusammenfügen? Danke!
es handelt sich dabei um ganz normalen Bastelkarton, den es in verschiedenen Stärken in jedem Schreibwaren und Bastelladen gibt. Meine Mädels bevorzugen die Farben rosa und gelb, ich darf dann die Farbe schwarz verbauen.
ebenso herzlich willkommen. Ich kann mich nur den Infos von Kay anschließen. Ich bin bei meiner Surprise ähnlich verfahren: 1 x 5 mm Ahorn 3-4 Stunden gewässsert, dannach den Radius vorgezeichnet und mit Nägeln markiert, das Bügeleisen meiner Frau zweckendfremdet und die Leiste um die Nägel gebogen und gleichzeitig mit dem Bügeleisen flach auf den Untergrund gepresst. Funktionierte ideal.
ich habe mal kurz in einige der Chapman-Pläne (18. Jahrhundert) sowie bei meiner Seute Deern nachgeschaut (20. Jahrhundert) und festgestellt, dass - sofern der Raum zwischen Bordwand und Aufbau verhältnismäßig eng wird, der Aufbau in der Breite paralell zur Bordwand ausgerichtet ist, d.h. er verjüngt sich entsprechend. Wenn ich mich recht erinnere (ich habe leider im Moment keine Pläne zur Hand, war das auch bei der Cutty Sark auf dem Achterschiff so. Letztere passt ja von der Zeit auch gut zu Deinem Modell. Was bisher zu sehen ist, sieht ürbrigens klasse aus. Ich freue mich schon auf weitere Fortschritte beim Bau.
auch von mir ein herzliches Willkommen in unserer Runde. Schön, dass Du uns Dein erstes Projekt präsentierst, Über diesen Baukasten an sich und über Modelle aus Baukästen generell ist ja bereits einiges gesagt worden. Wie Du selbst mittlerweile festgestellt hast, ist die Apostol Felipe hier keine Ausnahme sondern bestätigt qualitätsmäßig eher die Regel. Zu einigen von Dir aufgeworfenen Fragen möchte ich gerne noch einige Anmerkungen machen: Decksbeplankung: Ich finde die vorgesehene Beplankung zu dunkel, würde auch zu Ahorn raten. Ich habe für Modelle im Maßsrab 1:100 auch schon Balsa verwendet, sieht nach dem Schleifen sehr gut aus. Kalfaterung: Ich selbst habe bislang meistens die Variante mit dem Anfärben der Seiten mit schwarzer Acrylfarbe verwendet. Besonders mit dem Balsaholz ergibt sich nach dem Verschleifen ein sehr gut aussehender silber-grauer Ton des Decks, der meines Erachtens der Realität sehr nahe kommt. Bei der Mayflower (auch ein sehr schönes Anfängermodell) habe ich die Kalfaterung mittels Tonkarton dargestellt. Bei meinem aktuellen Projekt Surprise werde ich allerdings wieder die Anfärbemethoder verwenden. Nägel/Holzpfropfen: Alternativ zu Jürgens Zahnstochermethode habe ich bei der Surprise die Nägel mittels Kerzenwachs dargestellt, d.h. einfach ein Loch bohren und den flüssigen Wachs mit einem Wattestäbchen auftragen, anschließend noch einmal überschleifen. Für die Seitenbeplankung, die mittels Beize eingefärbt werden sollte habe ich ebenfalls Löcher gebohrt und diese dann mit Holzspachtel verspachtelt. Nach dem Abschleifen und Beizen ergibt sich in den Löchern automatisch ein etwas anderer Farbton, so dass die Nagelung gerade noch erkennbar ist.
Ich freue mich auf weitere Fortschritte bei Dir, viele Grüße,
bei Ahorn habe ich nicht festgestellt, dass das Wachs ins Holz eingezogen ist, d.h. nach dem Schleifen sind keine Veränderungen erkennbar. Allerdings habe ich dieses Verfahren noch nicht bei Stellen probiert, die später gebeit worden sind. Probier es doch einfach mal an einem Probestück aus.
Ich habe mir Peter´s gestrigen Appell zu Herzen genommen und mal wieder einige Fortschritte bei meiner Surprise zusammengestellt. Trotz Urlaubszeit und teilweise doch recht schönen Wetters, bin ich doch recht gut weiter vorangekommen. Im Einzelnen habe ich diese Abschnitte gebaut:
1) Innausbau des Geschützdecks mit Ankerbeting, Pumpen, Kochstelle, Niedergängen und Geländern. Zudem erstellte ich die Betinge am Groß- und Fockmast bereits zu diesem Zeitpunkt schon, da diese jeweils ein Deck tiefer reichen. Die Belegnägel habe ich mit der Dremel aus dem kleinsten Rundleistendurchmesser gedreht.
2) Anschließend habe ich alle Decksbalken eingebaut. Jeder einzelne (insgesamt 23) wurde in Maximallänge (= breite Hauptspant) auf die die notwendige Wölbung gebracht, d.h. entsprechend geschliffen. Anschließend wurde die Länge beim Einbau angepasst.
3) Für das Galion habe ich zunächst Pappschablonen für die Galionsregeln erstellt, um die Krümmung zu ermitteln, danach wurden dieses auf Holz übertragen und solange geschliffen, bis es passte. Gleiches galt für die einzelnen Galionsspanten. Vor dem Einbau des Galions habe ich allerdings zunächst noch die Bugspritzurring gelegt, da man nach Einbau des Galions dort später nur noch schlecht herankommt. Die Galionsfigur habe ich in etwa 2-tätiger Arbeit aus einem Ahornblock geschnitzt und geschliffen (ich bin froh, dass die Surprise nur eine einzige Figur hat!).
4) Bevor ich das Deck aufgebracht habe, wurden zunächst noch die Untermasten erstellt (inklusive Top und Schalung), um diese gleich mit der korrekten Neigung (d.h. in diesem Fall, da französisch mit fat keiner Neigung, insbesondere auch am Kreuzmast) in das Deck einzupassen. Zum Fixieren wurde jeweils entsprechende Leistentrechtecke um die Masten herumgebaut. Ebenso wurden alle Luken und anderen Öffnungen im Deck eingepasst. Die noch fehlenden Seitenlaufgänge zwischen Vor- und Quarterdeck, d.h. um die Kuhl herum wurden durch Leisten erstellt.
5) Erstmalig habe ich das Deck direkt auf die Decksbalken geplankt und ich muss sagen, das hat hervorragend funktioniert. Ledigleich im Bugbereich wurde eine Platte eingeklebt, um ausreichend Unterlage zu haben. Über das sich verjüngende Quarterdeck habe ich alle Leisten nach achtern so weit verjüngt, das am Ende nur ein einziger toter Gang notwendig war. Die Kalfaterung wurde wieder durch schwarzes Einfärben der Schmalseiten der Planken dargestellt. Nach Abschleifen wurde alle Nagellöcher gebohrt und mit Kerzenwachs ausgefüllt. Dieses wurde dann mit einer Klinge abgezogen und noch einmal geschliffen. Abschließend habe ich die Oberfläche mit einem matten Klarlack versiegelt. Ehrlich gesagt sieht man vom Innausbau des Geschützdecks nicht mehr besonders viel, wenn man durch die Stückpforten hindurch nach innen schaut, allerdings hat das Bauen schon Spaß gemacht und ich weiß ja, dass alles notwendige vorhanden ist.